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Die Anthropophagie - cover

Die Anthropophagie

Richard Andree

Publisher: Good Press

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Summary

In Die Anthropophagie untersucht Richard Andree das Phänomen des Kannibalismus aus ethnographischer, kulturhistorischer und vergleichender Perspektive. Das Werk versammelt Berichte aus verschiedenen Weltregionen, ordnet sie nach sozialen, religiösen und kriegerischen Funktionen und fragt nach den Bedingungen, unter denen Anthropophagie als Ritual, Strafpraxis oder Überlebenshandlung erscheint. Stilistisch verbindet Andree die gelehrte Kompilation des 19. Jahrhunderts mit systematischer Quellenkritik; sein Text steht damit im Kontext einer frühen Völkerkunde, die zwischen empirischer Sammlung, kolonialem Wissensinteresse und theoretischer Typenbildung oszilliert. Richard Andree (1835–1912), deutscher Geograph, Ethnograph und Publizist, war durch seine Arbeiten zur Volkskunde und außereuropäischen Kulturen prädestiniert, ein derart kontroverses Thema mit enzyklopädischer Akribie zu behandeln. Seine editorische und geographische Tätigkeit schärfte den Blick für Reiseberichte, Kartenwissen und kulturvergleichende Materialien. Die Anthropophagie ist daher nicht bloß Sensationsliteratur, sondern Ausdruck seines Bestrebens, verstreute Zeugnisse in einen wissenschaftlichen Zusammenhang zu bringen und kulturelle Praktiken historisch zu deuten. Empfehlenswert ist dieses Buch für Leserinnen und Leser, die sich für die Geschichte ethnologischen Wissens, die Konstruktion des Fremden und die Methodik älterer Kulturforschung interessieren. Wer es heute liest, gewinnt weniger definitive Antworten als einen aufschlussreichen Einblick in die Denkformen, Erkenntnisinteressen und Grenzen der Anthropologie des 19. Jahrhunderts.
Available since: 06/29/2026.
Print length: 117 pages.

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