Die besten Bücher der Saison

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So viele Bücher, so wenig Zeit … Wer kennt das Problem nicht? Wir, die digitalen Buchhändler von 24symbols, haben es uns zur Aufgabe gemacht, Sie über die Bücher die in aller Munde sind zu informieren. Wir präsentieren Ihnen in diesem Beitrag aber nicht einfach nur eine Bestsellerliste, sondern stellen auch weniger bekannte Bücher und Autoren vor, die uns aufgefallen sind. Schauen Sie sich unsere Liste der besten Bücher der Saison an und finden Sie Ihr nächstes Lieblingsbuch. Wir haben natürlich darauf geachtet, dass für jeden Geschmack etwas dabei ist:

Die Dame mit der bemalten Hand

Christine Wunnicke

Schon drei Mal ist Christine Wunnicke mit einem ihrer Bücher für den Deutschen Buchpreis nominiert worden und hat es dieses Jahr sogar ins Finale geschafft. Auch wenn der Preis knapp an ihr vorbei gegangen ist, DIE DAME MIT DER BEMALTEN HAND ist ein absoluter Leseschmaus.

Wunnicke nimmt uns mit auf eine wunderbare Reise in die Vergangenheit auf die indische Elephanta Insel, von den Indern Gharapuri genannt. Dort sind der Göttinger Mathematiker Niebuhr und der persische Astronom Musa al Lahuri gestrandet. Niebuhr ist auf Forschungsreise und hat genügend Arabisch gelernt, um sich mit dem sprachlich begabten Musa zu unterhalten. Es kommt zu vielen Missverständnissen, sprachlich und kulturell, aber die beiden entdecken auch ihre gemeinsame Leidenschaft für die Mathematik und Astronomie. Während Niebuhr mit Fieberkrämpfen kämpft, erzählt Musa ihm Geschichten und wir haben die Ehre dabei sein zu dürfen. Ein himmlischer Roman zum Träumen, Staunen und Lachen.

Die Dame mit der bemalten Hand von Christine Wunnicke lesen

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Doggerland

Élisabeth Filhol, übersetzt von Cornelia Wend

Es geht stürmisch zu in Filhols neuestem Roman: Nicht nur der Orkan Xaver wütet über Nordeuropa, auch die Gefühle der inzwischen verheirateten Geologin Margaret werden heftig durcheinander gewirbelt, als sie nach zwanzig Jahren wieder auf Ihre Jugendliebe Marc trifft.

Élisabeth Filhol mischt gekonnt Fiktion und Wissenschaft, während sie die Abgründe von Menschen und Kontinenten erforscht. Ganz nebenbei beschreibt sie, wie atmosphärischer Luftdruck und intensive Erdölförderung (und -spekulation) das ökologische Gleichgewicht unseres Planeten bedrohen. So entsteht ein fesselnder Roman der neben der zwischenmenschlichen Beziehung der Protagonisten die geologischen, ökologischen und wirtschaftlichen Ausmaße des Klimawandels analysiert und das alles mit einer Wortgewalt, die es mit jedem Orkan aufnehmen kann.

Doggerland von Élisabeth Filhol lesen

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Entführung ins Glück

Kristi Ann Hunter, übersetzt von Silvia Lutz

Wenn ein historischer Liebesroman damit anfängt, dass eine Herzogstochter ihrem Cousin Käsekuchen ins Gesicht schmiert, dann weiß man, dass einem eine vielversprechende Lektüre bevorsteht. Kristi Ann Hunter ist ein Schwergewicht des Genres und ihre Bücher zeichnen sich durch eine kluge, ironische Erzählweise aus. So auch ENTFÜHRUNG INS GLÜCK:

Die etwas widerspenstige, dadurch aber nur um so sympathischere, Protagonistin Miranda ist schon zwanzig und immer noch unverheiratet. Im Jahr 1812 ist das keine Kleinigkeit, Miranda gibt sich allerdings auch nicht mit jedem zufrieden. Ihre Probleme mit der Gesellschaftsordnung vertraut sie dem verschollenen Freund ihres älteren Bruders in Briefen an, die sie nicht abschickt. Als dieser plötzlich antwortet, wird Mirandas Alltag aufgemischt. Spione und Intrigen geben dem Roman viele unerwartete Wendungen und sorgen für ein unterhaltsames Leseerlebnis.

Entführung ins Glück von Kristi Ann Hunter lesen

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Feuerrache

Louise Boije af Gennäs, übersetzt von Ricarda Essrich

Die Widerstandstrilogie von Louise Boije af Gennäs findet mit FEUERDRACHE ein spektakuläres Ende, auf das wir schon ganz ungeduldig gewartet haben, seit BLUTBLUME uns letztes Jahr in seinen Bann gezogen hat. Fans der Serie dürfen sich wieder auf viel Action, Spannung und Intrigen freuen: Sara wird weiterhin von der mysteriösen Schattenorganisation BSV unter Druck gesetzt. Sie weiß nicht, wem sie vertrauen kann und wem nicht und zweifelt an ihrer eigenen Zurechnungsfähigkeit. Bildet sie sich Ereignisse ein, weil das wahrhaftig Erlebte zu schwer zu verarbeiten ist?

Realität und Fiktion existieren nicht nur in Saras Kopf, sondern gehen auch in dem Buch Hand in Hand. Immer wieder streut Boije af Gennäs Zeitungsartikel in die Geschichte ein, die Einblick in Schwedens Politskandale geben. Durch zahlreiche Rückblicke ist es möglich, FEUERRACHE auch ohne Vorkenntnisse zu lesen, für ein optimales Lesevergnügen empfehlen wir aber die gesamte Serie!

Feuerrache von Louise Boije af Gennäs lesen

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Die Clique

Mary McCarthy, übersetzt von Ursula von Zedlitz

Der Roman, der Candace Bushnell zu ihrem Bestseller Sex and the City inspirierte.

Acht College-Absolventinnen stehen an der Schwelle zum “Ernst des Lebens”, sie alle sind gut gebildet und hoch motiviert, die Welt zu verändern. Doch nach und nach weichen ihre Träume der Realität und sie alle müssen mit verschiedenen Alltagsproblemen kämpfen. Obwohl die Geschichte in den 30er Jahren in New York spielt, lassen sich viele Probleme wieder erkennen: die Schwierigkeit, Karriere und Familie unter einen Hut zu kriegen, oder untreue Ehepartner sind da nur zwei von vielen Beispielen.

Mit scharfsinnigem Blick fürs Detail und bittersüßer Ironie erzählt McCarthy, selbst überzeugte Feministin, von den Höhen und Tiefen im Leben ihrer Heldinnen und hat so einen zeitlosen Roman geschaffen, der auch fast 60 Jahre nach Erscheinungsdatum noch in vielen Bereichen zutrifft und ein absolutes Muss auf jeder Leseliste ist. Mit Vorwort von Candace Bushnell.

Die Clique von Cathy McCarthy lesen

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Annette, ein Heldinnenepos

Anne Weber

Ausgezeichnet mit dem Deutschen Buchpreis 2020. In freier Versform und mit erzählerischer Brillanz bringt uns Anne Weber in ANNETTE, EIN HELDINNENEPOS das Leben der französischen Widerstandskämpferin Anne Beaumanoir näher. Doch wer jetzt an schwer verdauliche Poesie denkt, der irrt sich. „Es ist atemberaubend, wie frisch hier die alte Form des Epos klingt und mit welcher Leichtigkeit Weber die Lebensgeschichte“ von Anne Beaumanoir zu Papier bringt, so die Jury in ihrer Begründung zur Preisverleihung. Selbst wenn es um die schwierige deutsch- französische Geschichte, Widerstandskämpfe und Krieg geht, bleibt der Ton immer gewitzt und klug, so dass das Lesen eine reine Freude ist.

Schön ist auch, dass die Autorin immer wieder kritisch das Wort ergreift und nichts mystifiziert, aber auch nie belehrend wirkt. Gekonnt setzt sie Kunstpausen ein, zitiert auch mal „Nichtannette“ oder, „in der Überstürzung: Zitanette). Durch die Distanz ihrer Erzählstimme schafft Weber eine originelle und ehrliche Hommage an eine Frau, die man kennen sollte.

Annette, ein Heldinnenepos von Anne Weber lesen

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Die Liebenden bei den Dünen

Lu Bonauer

Eine Novelle, die es in weniger als 100 Seiten schafft, eine geradezu perfekte Liebe zu beschreiben. Wir begegnen Silas und Romy an ihrem letzten Tag, denn als junge Liebende haben sie sich, inspiriert von Romeo und Julia, das Versprechen gegeben, zusammen zu sterben, sollte einer von ihnen ein durch Krankheit bedingtes elendes Ende erwarten. Als Romy mit Alzheimer diagnostiziert wird, zögert Silas nicht, sein Versprechen zu erneuern und so kommen wir zu jenem Tag, an dem die beiden ihr „Sterbeli“ in ihrem Haus bei den Dünen einnehmen.

Doch wenige Stunden später erwacht Silas. Was ist passiert? Verwirrt wandert er durch das Haus und durch seine Erinnerung. Hat er seine große Liebe verraten? Den Pakt unbewusst boykottiert? Es ist eine stille, einfühlsame Geschichte, die zu Tränen rührt und dabei ohne große Dramatik auskommt. Lu Bonauer beschäftigt sich mit Liebe, Schmerz, dem gemeinsamen alt werden und vor allem natürlich mit der Frage, wie wir mit dem Tod umgehen und ob Liebe über den Tod hinausgeht. Ein lesenswertes Buch für Romantiker und Skeptiker gleichermaßen.

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Perlen und schwarze Tränen

Hans Flesch-Brunningen

Die Erstauflage von Hans Flesch-Brunnigens Roman erschien 1948, in einer Zeit in der die kurz vorher erlebten Schrecken noch tief in den Knochen saßen und man sich gerne ins Fantastische flüchtete. So irrt auch der Journalist John Truck, die Hauptfigur dieses Exilromans, zwischen Fantasie und Realität durch die zerbombten Straßen Londons, lamentiert sein Liebeslos mit der unnahbaren Jane, und führt Streitgespräche mit den Größen der englischen Literaturgeschichte. Traumhafte Visionen wechseln sich mit Erinnerungen ab und geben den Blick frei auf das zwiegespaltene Seelenleben des Protagonisten, der im Übrigen viel mit dem Autor gemeinsam hat. Schön, dass die Edition Atelier den Roman neu aufgelegt hat und uns an John Trucks fieberhaften Gedankenrausch teilhaben lässt.

Perlen und schwarze Tränen von Hans Flesch-Brunningen lesen

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Himmel

Sandra Newman, übersetzt von Milena Adam

Mit ihrem vierten Roman hat Sandra Newman ein Experiment gewagt, das jedes Genre sprengt und gleichzeitig mit einem eleganten und selbstbewussten Schreibstil überzeugt. In HIMMEL verlieben sich Katie und Ben in einem utopisch angehauchten New York der 2000er Jahre. So weit so gut, allerdings ist Kate in ihren Träumen Emilia und lebt im Elisabethanischen England. Die Traumwelt wird durch ihr Verliebtsein immer realer und was in ihren Träumen passiert scheint Einfluss auf die Wirklichkeit zu haben. Kann Kate die Welt verändern? Oder ist ihre Traumwelt die wirkliche Welt? Oder ist sie einfach nur verrückt?

Ein berauschender Roman, der wunderbar träumerisch und verspielt ist und einen ab Seite eins in seinen Bann zieht. Kein Wunder, dass Sandra Newman als eine der bedeutendsten Gegenwartsautoren Amerikas gehandelt wird.

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Heißes Blut

Un-Su Kim, übersetzt von Sabine Schwenk

DIE PLOTTER von Un-Su Kim hat bereits Kritiker und Leser gleichermaßen begeistert, nun legt der Koreaner mit Heißes Blut einen weiteren erstklassigen Thriller vor. Die Geschichte führt uns in die Unterwelt von Guam, einem heruntergekommenen Stadtviertel von Busan, der größten Hafenstadt Koreas. Un-Su Kim führt uns eine Welt vor Augen, in der Gangster geizig sind und um jeden Won feilschen, in der Ehre mehr zählt als Gerechtigkeit und Meinungsverschiedenheiten mit Messerstichen beendet werden.

Huisi arbeitet seit über zwanzig Jahren für einen der größten Gangsterbosse Guams, hat aber kaum Geld für Zigaretten. Als er sich zusammen mit einem verfeindeten Gangster selbstständig macht, verliert Guams strenge Hierarchie das Gleichgewicht und Chaos bricht aus. Trotz aller Gewalt verleiht Kim seinen Charakteren auch sanfte Züge und betrachtet die Person hinter dem Kriminellen. Das Ergebnis ist ein intelligenter Thriller mit einer gehörigen Portion Humor.

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Boat People

Sharon Bala, übersetzt von Angelika Arend

In Kanada wurde Sharon Balas Debütroman bereits mit diversen Preisen ausgezeichnet, nun ist die packende Geschichte auch auf Deutsch zu lesen. Basierend auf echten Ereignissen berichtet der Roman von 500 tamilischen Flüchtlingen, die 2010 mit dem Frachtschiff Sun Sea vor Kanadas Küste anlegten, dort Asyl suchten und in Gefängnissen untergebracht wurden. Damit greift Bala einen politisch und emotional hoch aufgeladenen Fall auf, der der kanadischen Regierung zu seiner Zeit viel Kritik eingebracht hat.

Erzählt aus drei unterschiedlichen Perspektiven, bekommt der Leser einen Einblick in das Leben von Mahindan und seinem Sohn Sellian, die in Kanada auf ein besseres Leben hoffen. Aber auch die kanadische Sichtweise wird durch Priya und Grace beleuchtet, die beide ihre eigene Migrationsgeschichte haben. So lernen wir nicht nur die komplizierte Geschichte Sri Lankas kennen, sondern auch die Rolle Kanadas als Einwanderungsland. Vor allem aber geht es um (Mit-)Menschlichkeit, Sicherheit und Angst und jeder muss sich am Ende selbst die Frage stellen, was überwiegen sollte und zu welchem Preis.

Boat People von Sharon Bala

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Kafka und Felice

Unda Hörner

Mit viel Liebe fürs Detail hat Unda Hörner die Beziehung von Franz Kafka und Felice Bauer in diesem biografischen Roman nachgezeichnet. Das Paar war zweimal verlobt, zur Heirat kam es aber nicht. Anhand der Briefe, die Kafka an Felice schrieb und die sie aus Geldnot an den Verleger Salman Schocken verkaufte, rekonstruiert Hörner diese komplizierte Liebe auf Distanz.

Liebhaber Kafkas werden die Geschichte kennen, neu ist allerdings, dass Hörner Felices Perspektive beleuchtet und wir Kafka aus ihren Augen kennen lernen. Eine berufstätige, lebenslustige Frau, die sich ein bürgerliches Leben wünscht, ihre durch die Arbeit erlangte Selbstständigkeit aber nicht aufgeben möchte. Da scheint der klagende, unsichere Kafka nicht ins Bild zu passen und Felice fragt sich, ob dieser streng aussehende Mann ein verschrobener Pedant ist oder ein Dichter, „den der Wahnsinn zart geküsst hatte.“ Doch trotz der Gegensätze und des Ausbruchs des ersten Weltkrieges wagen die beiden von einer gemeinsamen Zukunft zu träumen. Wir haben das Glück als Leser dabei sein zu dürfen!

Kafka und Felice von Unda Hörner

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Westlake Soul – Im Griff des Todes

Rio Youers, übersetzt von Claudia Rapp

Westlake Soul ist 23 Jahre alt, hirntot und ein Superheld. Obwohl Ärzte beteuern, dass er weder sein Umfeld noch sonstige Stimulationen wahrnehmen kann, hat Westlake nach einem fatalen Surfunfall die Superkraft erhalten, überall hinzureisen und die Gedanken und Emotionen seiner Mitmenschen zu lesen. Von der Außenwelt völlig unbemerkt, surft er die Wellen des Unterbewusstseins und besucht Freunde und Rockstars, am liebsten unterhält er sich aber mit seinem Hund. Als seine Eltern entscheiden, die lebenserhaltenden Maßnahmen einzustellen, unternimmt er einen letzten Versuch, in die Außenwelt zurückzukehren.

Trotz schwerer Thematik ist WESTLAKE SOUL ein witziger und optimistischer Roman, was vor allem Westlakes kesser Erzählstimme zu verdanken ist. Mühelos nimmt er uns mit in die unteren 90% des Eisbergs unseres Bewusstseins und zitiert Freud, Blake und die Klingonen gleichermaßen. Ein unglaublich vielschichtiger Roman, der zurecht für den renommierten kanadischen Sunburst-Award nominiert wurde.

Westlake Soul von Rio Youers

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Ich bin ein japanischer Schriftsteller

Dany Laferrière, übersetzt von Beate Thill

Voller Witz und Ironie berichtet der Ich-Erzähler von den Besonderheiten und Zwängen des Lebens als freier Schriftsteller. Parallelen zum Autoren sind zwar offensichtlich, vor einer eins zu eins Übertragung sei aber gewarnt. Nur zu gerne spielt Dany Laferrière mit den Eindrücken, die wir von ihm (und überhaupt voneinander) haben und lässt sich in keine Schublade stecken. Geboren 1953 in Port-au-Prince, Haiti, ging er 1976 aus politischen Gründen nach Montreal, Kanada, und ist inzwischen kanadischer Staatsbürger. Trotz seiner Emigrationsgeschichte wehrt er sich gegen die Bezeichnungen “Exil-Schriftsteller”, betrachtet sich aber auch nicht als “haitianischer Schriftsteller” oder gar “ethnischer Schriftsteller”, da er sich mit globalen Themen beschäftigt, die keine Herkunft haben. 

In diesem Sinne ist sein neues Buch auch eine augenzwinkernde Auseinandersetzung mit dem Thema Identität. Kann ein Autor, der aus Haiti stammt und in Kanada wohnt, ein japanischer Schriftsteller sein? Auf der Suche nach einem japanischen Erlebnis gerät der Erzähler in die Wirren eines Mordfalls. Da wird sogar die japanische Botschaft aufmerksam und selbst Murakami meldet sich. Ein wunderbar skurriler Roman, den wir nicht genug empfehlen können.

Ich bin ein japanischer Schriftsteller von Dany Laferrière

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Die Forelle

Leander Fischer

Schon im Juli 2019 las Fischer (übrigens kein Künstlername) aus dem Manuskript des Romans beim Bachmann-Wettbewerb vor und bekam für seinen Text den Deutschlandfunk-Preis. Es ist also nicht verwunderlich, dass Kritiker die Veröffentlichung von DIE FORELLE bereits mit Höchstspannung erwarteten und das zurecht: Der knapp 800 Seiten umfassende Debütroman ist eine sprachgewaltige Studie über das Fliegenfischen, Bürgerlichkeit und Außenseitertum, Kunst und Wirklichkeit und vor allem das, was für die Kunst geopfert wird (oder auch nicht). 

Siegi Heehrmann hätte ein großer Konzertviolinist werden können, statt dessen kamen Ehefrau und Kinder. In einem abgelegenen Dorf führt er ein ruhiges Leben als Musiklehrer und findet Befriedigung in der Kunst des Fliegenfischens. Das Streben, den perfekten Köder herzustellen, um die Fische mit einer Imitation des Lebens zu täuschen, lässt viel Raum für Interpretation. Das ist aber ein Leichtes für Fischer, der nicht nur die Kunst des Fliegenbindens mit viel Liebe zum Detail beschreibt, sondern auch die Träume und Ängste seiner Charaktere geschickt einfängt

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Man darf nicht leben wie man will – Tagebücher

Gerhard Fritsch

Kurz vor seinem 45. Geburtstag wurde Gerhard Fritsch, mehrfach verheiratet und Vater von vier Kindern, in Frauenkleidern erhängt aufgefunden. Es wird nicht von Selbstmord ausgegangen, sondern von einem autoerotischen Unfall.

Fritschs Tagebücher gewähren einen einmaligen Einblick das Innenleben des bekannten Autors, „Sorgen, Skrupel und Zweifel, Begehrlichkeiten und Wünsche“ kommen zu Tage, denn das Geschriebene war nicht für die Nachwelt bestimmt. Vor allem aber zeigen die Tagebucheinträge Fritsch als immens produktiven Schriftsteller, auch wenn er teils lieber an geheimen Transvestismus-Geschichten arbeitete, die nicht zur Veröffentlichung gedacht waren und auch nicht in seinem Nachlass enthalten sind, anstatt sich mit seinem zweiten Roman zu beschäftigen.

Mit ausführlichem Kommentar von Stefan Alker-Windbichler zu den in den Tagebüchern erwähnten Orten, Personen und Ereignissen.

Man darf nicht leben wie man will - Tagebücher von Gerhard Fritsch online lesen

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Die Annonce

Marie-Hélène Lafon, übersetzt von Andrea Spingler

In Frankreich gilt Marie-Hélène Lafon längst als eine der interessantesten literarischen Stimmen der Gegenwart, mit DIE ANNONCE hat der Rotpunktverlag nun ihr erstes Buch in deutscher Sprache veröffentlicht. Die Gewinnerin des  Prix Goncourt de la nouvelle ist in der französischen Provinz auf einem Bauernhof aufgewachsen und beschäftigt sich in ihren Romanen viel mit der existenziellen Not der Bauern. So auch in diesem Buch: Paul möchte nicht wie seine beiden Onkel als ewiger Junggeselle enden und gibt eine Zeitungsanzeige auf. Annette antwortet und zieht nach einem Treffen kurzerhand mit ihrem 11-jährigen Sohn zu ihm aufs Land. Es entsteht eine zarte Liebesgeschichte, in der zwei Welten aufeinanderprallen und die allen Beteiligten viel abverlangt, denn Pauls Onkel und seine Schwester, die mit ihm auf dem Hof leben, sind von Annettes Ankunft wenig begeistert.

In langen Sätzen die fast nahtlos aneinander gereiht werden, beschreibt Lafon die Gefühlswelt ihrer Figuren mit viel Liebe und Detail. So gelingt ihr eine komplexe Milieustudie, die einen nachdenklich stimmt.

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Vierzehn Tage – Sommernovelle

Holger Brüns

Es scheint nicht viel zu passieren in diesem kleinen Buch. Gelangweilt zieht der Protagonist durch Berlin und schlägt die Zeit tot. Dann lernt der Mittvierziger einen jungen Spanier kennen und die beiden fangen eine Beziehung an, deren Ende vorprogrammiert ist. Trotzdem, oder gerade deshalb, machen die beiden das beste aus der gemeinsamen Zeit. Es ist eine Geschichte über das Älterwerden und über die Veränderungen um einen herum. Das was einmal völlig ausreichend war, eine Anstellung bei der Post, ist inzwischen weder finanziell noch intellektuell befriedigend. Letztendlich ist dieses kleine, feine Buch aber auch eine wunderschöne Hommage an Berlin, die wir jedem ans Herz legen.

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Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers 

Michael Kogge

Der offizielle Jugendroman zum gleichnamigen Kinohighlight. Michael Kogge hat schon die Filme DAS ERWACHEN DER MACHT und DIE LETZTEN JEDI für Jugendliche geschickt in Romanform verarbeitet und auch bei DER AUFSTIEG SKYWALKERS überzeugt er mit gutem Schreibstil und seinem Blick fürs Wesentliche. Denn dass die Geschichte des fast zweieinhalb-stündigen Films für den Roman gekürzt werden musste, ist nur verständlich. Wer den Film also kennt, mag die ein oder andere Szene vermissen, bekommt dafür aber auch exclusive Einblicke und gut gewählte Referenzen auf die anderen Teile der legendären Skywalker-Saga. Ein Muss für alle eingefleischten Star-Wars Fans!

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Antonia – Tagebuch 1965–1966

Gabriella Zalapì, übersetzt von Claudia Steinitz

Ein Roman in Tagebuchform, der dem Leser in kurzen Fragmenten das Leben einer frustrierten Ehefrau und Mutter im Palermo der 60er Jahre nahebringt. Antonia ist gefangen im goldenen Käfig ihrer Ehe. Ihrem Mann scheint die Arbeit wichtiger zu sein als die Familie und das Kindermädchen lässt sie kaum an ihren Sohn heran. Von einer glücklichen Familie kann kaum die Rede sein. Geplagt von Selbstvorwürfen und -zweifeln, findet Antonia den Schlüssel zur Freiheit im Nachlass ihrer Großmutter. Sie vertieft sich in die weit verzweigte Geschichte ihrer Familie und schöpft neue Kraft aus den Briefen und Fotos, die viele Erinnerungen wecken.

Gabriella Zalapì ist ein einfühlsamer Roman gelungen, der das Bild einer Frau zeichnet, die mit den Erwartungen ihrer Zeit bricht. Eine persönliche Emanzipierung, die am Ende viele Fragen offen lässt und dem Leser viel Platz für Interpretation lässt. Ausgezeichnet mit dem Literaturpreis 2019 von Madame Figaro.

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Der Teufelspakt

Michael Siefener

Der 1961 in Köln geborene Michael Siefener ist für seine Fantasy Bücher bekannt. Der Protagonist seines neuesten Romans, Jan Droom, ist ein menschenscheuer, unveröffentlichter Schriftsteller, der sich dank des Erbes seiner Mutter und seines extrem sparsamen Lebensstils voll auf sein künstlerisches Schaffen konzentrieren kann. Das begrenzt sich allerdings auf erzwungene Tagebucheinträge, in denen er sich selbst belügt, um der Nachwelt eine verbesserte Version seines Daseins zu hinterlassen. Als er anfängt, ein Manuskript zu übersetzen, wird seine monotone Routine plötzlich durcheinander gewirbelt. Ruhm, Ehre und Liebe scheinen greifbar nahe, doch Droom gerät in einen Strudel dunkler Mächte. Während am Anfang die schön geschminkten Tagebucheinträge noch deutlich mit der Realität kontrastiert werden, vermischen sich am Ende Fantasie und Wirklichkeit bis keine klare Linie mehr gezogen werden kann und sich Drooms Hoffnungen in blanken Horror verwandeln.

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Jonny Appleseed

Joshua Whitehead, übersetzt von Andreas Diesel

Für seinen Debütroman hat Joshua Whitehead bereits den Lambda Literary Award for Gay Fiction und den Georges Bugnet Award for Fiction erhalten. Dank des Albino Verlags ist der Roman nun auch auf Deutsch erhältlich. 

JONNY APPLESEED ist die Geschichte eines schwulen, kanadischen Indianers, der seinen Platz in der Welt sucht. Jonny genießt das Großstadtleben, will aber nach dem Tod seines Stiefvaters zurück ins Reservat, um seiner Mutter beizustehen. In den sieben Tagen, die ihm bis zur Beerdigung seines Stiefvaters bleiben, treibt er das Reisegeld mit Cybersex auf. Es geht um Liebe in allen möglichen Formen: ob platonisch, sexuell, virtuell, familiär, geheim – immer ist es kompliziert. Whitehead beschreibt das oft schmerzliche Gefühlschaos seiner Charaktere mit viel Empathie und Sinn für Humor, so dass man Verständnis für eine Welt bekommt, die den meisten sehr fremd sein dürfte.

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Das Gewicht der Zeit

Jeremy Tiang, übersetzt von Susann Urban

Ein Familienroman, der uns die für die meisten unbekannte Geschichte Singapurs und Malaysias näher bringt und für den Tiang 2018 mit dem renommierten „Singapore Literature Prize“ ausgezeichnet wurde. In sechs Kapitel lernen wir sechs verschiedene Menschen kennen, die allerdings alle miteinander verbunden sind. So entsteht eine vielseitige Einsicht in die Zeit nach dem Abzug der Briten, als die Angst vor dem chinesischen Kommunismus groß war und der Ausnahmezustand verhängt wurde.

Die junge Mutter Siew Li verlässt ihre Familie, um sich den Rebellen im Dschungel anzuschließen und für die Freiheit zu kämpfen. Ihr Mann kümmert sich fortan um die gemeinsamen Kinder, aber ihre Beziehung leidet unter der Verdrängung der Vergangenheit und der Abwesenheit der Mutter. Eine anschauliche Geschichte, die uns das Schicksal einer Familie vor Augen führt, die von den politischen und gesellschaftlichen Geschehnissen zerrüttet wird.

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Middle England

Jonathan Coe, übersetzt von Dieter Fuchs und Cathrine Hornung

Jonothan Coe ist bekannt für seinen feinsinnigen Humor. Auch in MIDDLE ENGLAND zeigt er mit ironischem Augenzwinkern die Unterschiede zwischen dem kosmopolitischen London und der englischen Provinz auf. Wir lernen eine Vielzahl von sympathischen Charakteren kennen, die sich in einem gespaltenen England bewegen, das von Rassismus, Klassenvorurteilen und Zukunftsangst zermürbt wird. Der Riss verläuft nicht nur quer durch die Gesellschaft, sondern teilt auch Familien und Ehepaare. Das wird besonders überspitzt auf den Punkt gebracht, als Sophie und Ian bei der Eheberatung feststellen, dass sie die politische Überzeugung des anderen mit seiner Persönlichkeit gleichsetzen. Es geht also nicht so sehr darum, dass Ian für den Brexit gestimmt hat, sondern “…dass sein Beziehungsmodell im Grunde genommen auf Gegnerschaft und Konkurrenz beruht, nicht auf Kooperation.“ Ein kluger und witziger Gesellschaftsroman über den Brexit und wie es dazu kommen konnte.

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Jeden Tag erhalten wir Tausende von neuen Büchern und wählen sorgfältig diejenigen aus, von denen wir glauben, dass sie Sie am meisten interessieren werden. Unser Rezept? Ein großartiges Buch sollte den Leser in seinen Bann ziehen, ihm Neues zeigen und zum Nachdenken anregen. Ein Buch ist wie eine Tür zu einer anderen Welt, beim Lesen entdecken wir verschiedene Perspektiven und erweitern unseren Horizont. Ein Buch kann eine Person verändern, aber lassen Sie sich nicht täuschen, denn genau wie Edmund Wilson sagte: „Keine zwei Personen lesen je dasselbe Buch.“ Und das ist eine noch so eine schöne Sache an Büchern, es gibt immer Raum für Interpretation, Phantasie und angeregte Diskussionen. Deshalb laden wir Sie ein, die von Ihnen gelesenen Bücher zu kommentieren, sie Ihren Freunden zu empfehlen und sie mit anderen digitalen Lesern auf 24symbols zu besprechen.

Ganz gleich, ob Sie Thriller, Liebesromane oder zeitgenössische Literatur mögen, für ein gutes Buch ist immer Zeit. Und was ist besser als lesen? Unbegrenztes Lesen! Nutzen Sie unser Black Friday Angebot und lesen Sie so viele E-Books wie Sie möchten!

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