Die besten Bücher der Saison

Die besten Bücher der Saison

Jede Woche stellen wir hier ein neues Buch vor, dass uns besonders beeindruckt hat. Wir, die digitalen Buchhändler von 24symbols, haben es uns zur Aufgabe gemacht, Sie über Bücher zu informieren, die in aller Munde sind, möchten Sie aber auch mit weniger geläufigen Autoren bekannt machen, die mehr Aufmerksamkeit verdient haben. Schauen Sie sich unsere Liste der besten Bücher der Saison an und finden Sie Ihr nächstes Lieblingsbuch. Wir haben natürlich darauf geachtet, dass für jeden Geschmack etwas dabei ist:

Weiter als der Ozean

Carrie Turansky

Wenn Sie von einem Historienroman erwarten, dass er lehrreich und mitreißend sein sollte, dann ist der ersten Band dieser neuen Serie von Carrie Turansky genau das Richtige für Sie. Die US-amerikanische Bestsellerautorin nimmt sich einem eher unbekannten Thema der britisch-kanadischen Geschichte an: Zwischen 1869 und 1939 wurden über 100.000 britische Waisenkinder mit dem Versprechen auf ein besseren Leben nach Kanada geschickt, wo sie als günstige Arbeitskräfte empfangen wurden. Etliche dieser Kinder waren keine Waisen, so auch die drei jüngeren Geschwister der Protagonistin dieses Romans. Als Laura erfährt, dass ihre Geschwister nach Kanada gebracht worden sind, setzt sie Himmel und Hölle in Bewegung, um sie wieder zurück zu holen.

Indem Turansky dieses fast vergessene Stück Geschichte in ihrer neuen Serie unter die Lupe nimmt, macht sie dem Genre des Historienromans alle Ehre.

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Die Kunst der Bestimmung

Christine Wunnicke

Spätestens seit Christine Wunnicke letztes Jahr knapp am Deutschen Buchpreis vorbeigeschrammt ist, dafür aber den Wilhelm Raabe-Literaturpreis eingeheimst hat, ist sie in aller Munde. Da kommt es gerade recht, dass der Albino Verlag DIE KUNST DER BESTIMMUNG neu aufgelegt hat. Das erstmals 2003 erschienene Buch war lange Zeit vergriffen und ist nun, sehr zu unserer Freude, auch als E-Book erhältlich.

Wer Christine Wunnicke kennt, weiß sie für ihre lapidare und humorvolle Prosa zu schätzen und wird auch bei diesem Buch auf seine Kosten kommen. Der schwedische Professor Chrysander kommt im Jahr 1678 nach London, um Ordnung in die Sammlung der Royal Society zu bringen. Dort trifft er auf Lord Fearnall, einen exzentrischer Gentleman, dessen Lebensstil das absolute Gegenteil von Chrysanders Ordnungsliebe verkörpert, der sich von dem Professor aber sofort angezogen fühlt. Auch Chrysander verfällt dem Charme des vielseitigen Lords, der sich in keine Schublade stecken lässt.

Skurrile Hauptfiguren, absurde Dialoge, noch nie war ein Historienroman so unterhaltsam und literarisch.

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Waltauchen

David Bröderbauer

Einfühlsam erzählt David Bröderbauer in seinem zweiten Roman von Männlichkeit, Rollenbildern und dem Kinderwunsch seiner namenlosen Hauptfigur. Dieser lässt beim Urologen seine Zeugungsfähigkeit prüfen und versinkt dabei in Kindheitserinnerungen und Reflexionen über die Gegenwart, anstatt in seinen Plastikbecher zu onanieren.

Mit Waltauchen ist Bröderbauer ein origineller Roman übers Erwachsenwerden gelungen und das bezieht sich nicht nur auf die Rahmenhandlung, sondern auch auf den Schreibstil. Mal aus der ersten, mal aus der dritten Perspektive erzählt, wechselt der Roman zwischen Perfekt und Präsens und verleiht der inneren Gefühlswelt des jungen Mannes mit lebhaften Bildern Ausdruck. Seine Faszination fürs Apnoetauchen dient dem Buch dabei als Metapher für ein Bedürfnis nach Ruhe und Abgeschiedenheit, sowie als Taktgeber: Ruhig und unaufgeregt zieht uns Bröderbauer mit dieser Geschichte in seinen Bann. Absolut empfehlenswert!

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Nil

Anna Baar

Ein poetischer Roman bei dem man jeden zweiten Satz markieren könnte, so schön und tiefgründig schreibt Anna Baar. Der mittlerweile dritte Roman der in Zagreb geborenen Autorin kommt zwar auf nur knapp 150 Seiten, ist aber große Literatur. Zum Inhalt? Die Schreiberin einer Fortsetzungsstory muss ihre Geschichte auf Druck des Chefredakteurs in der nächsten Folge zu Ende bringen. Was banal klingt ist für Baar ein Aufhänger, um sich mit der Kunst des Schreibens, Erzählens und Erinnerns auseinanderzusetzen. Fiktion und Realität verschwimmen in NIL und der Leser gerät in einen Strudel aus Selbstreflexion, der keine Nabelschau ist, sondern allgemeingültige Fragen behandelt (Wer bin ich? Wo komme ich her? Wo gehe ich hin?) und gleichzeitig ganz individuelle, dunkle Traumata verarbeitet.

Die verschiedenen Ich-Erzähler vermischen sich, teilen Erinnerungen, Hoffnungen und Ängste. Das ist zwischendurch schwindelerregend, doch wer sich auf NIL einlässt und sich vom Erzählfluss mitreissen lässt, erlebt einen hochliterarischen Roman mit eindrucksvollen Bildern, den man gut mehrmals lesen kann.

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Lux

Olivia Kuderewski

Selbst die Biografie der Autorin macht Lust auf mehr, denn wer betont schon freiwillig, dass er noch keinen Preis gewonnen hat? Bei einem Debütroman ist es kaum verwunderlich, wenn noch keine Auszeichnung vorzulegen ist, wir sind uns aber sicher, dass diese für Olivia Kuderewski bald folgen. Denn LUX ist ein Erstlingswerk, dass es in sich hat! Das liegt nicht nur an der Sprachgewalt der Autorin, sondern auch an der Thematik des Buches.

Ein Roadtrip von der Ost- zur Westküste der USA klingt nach Freiheit und Abenteuer – der amerikanische Traum schlechthin. Doch Lux muss feststellen, dass ihre Erwartungen kläglich an der Realität scheitern. Als sie Kat kennen lernt, scheint es kurz so, als würde sich alles zum Guten wenden, doch so einfach ist das natürlich alles nicht. Ganz im Gegenteil, die beiden entwickeln eine extrem toxische Beziehung und trotzdem mag man das Buch nicht aus der Hand legen, um dem selbstzerstörerischen Sog der beiden entkommen. Eine dramatische Lektüre, die einen nicht so schnell loslässt.

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Die Kunst sich zu verlieren

Rebecca Solnit

In neun biografisch angelegten Essays beschreibt die bekannte amerikanische Autorin und Aktivistin das Ungewisse, das Unvorhersehbare, nach dem wir im Grunde alle suchen. Denn es sind die Überraschungen, die das Leben lebenswert machen. Sich zu verlieren und wieder zu finden, sowohl im räumlichen als auch im geistigen Sinne, ist eine Kunst, die den Menschen aber immer mehr abhanden kommt. Konnten Kinder früher noch frei umherstreunen, werden sie heutzutage kaum aus den Augen (aus dem Haus) gelassen. Für Solnit genug Anlass um zu fragen – hier sei angemerkt, dass das Buch im Original bereits im Jahr 2006 erschienen ist – was wohl passieren würde, wenn man die heutige Generation unter Hausarrest stellen würde. Leider kennen wir dank COVID die Antwort.

Solnit reichert ihre persönlichen Erzählungen und Überlegungen mit diversen Zitaten aus der (Kultur-)Geschichte an und ermuntert den Leser dadurch, sich in zahllosen weiteren Texten und Büchern zu verlieren. Eine sehr ansprechende philosophische Abhandlung über unsere heutige Lebensweise, die sich gut liest und zu einem Spazier- bzw. Gedankengang durch die eigene Ideenwelt einlädt.

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Kontakt

Wir sind große Fans des jährlichen Kurzgeschichtenwettbewerbs wortlaut vom österreichischen Kultradiosender fm4. Die zehn Gewinner der über 1200 Einsendungen zum Thema Kontakt sind nun vom luftschacht veröffentlicht worden und beweisen wieder einmal, dass es uns an Nachwuchstalent wirklich nicht fehlt.

Auch das Thema ist dieses Mal besonders anregend gewesen, denn unsere Vorstellung von Kontakt hat sich im letzten Jahr grundlegend verändert. Als das Thema bekannt gegeben wurde, standen wir noch ganz am Anfang der Pandemie, kaum einer mochte sich vorstellen, wie lange der Lockdown anhalten würde. Das mag dem ein oder anderen beim Schreiben zu Gute gekommen sein, sicherlich hat es aber auch etliche vom Schreiben abgehalten…

So oder so, die 10 Kurzgeschichten, die es in diese Sammlung geschafft haben, sind eine willkommene Ablenkung für zwischendurch und sind auch eine zweite Lektüre wert. Ob im Weltall, beim Arzt oder in den eigenen vier Wänden, jeder Autor setzt sich auf seine ganz eigene Art mit dem Thema Kontakt auseinander und jede Geschichte birgt eine neue Überraschung.

Kontakt vom wortlaut Kurzgeschichtenwettbewerb lesen

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Ameisenmonarchie

Romina Pleschko

Der Debütroman von Romina Pleschko erlaubt uns einen Blick hinter die Fassade eines Wiener Mietshauses. Ein kleines Königreich in dem jeder der fünf Bewohner voller (dunkler) Überraschungen steckt. Die Gerüchteküche brodelt und der Leser hat das große Vergnügen, diese Menschen in all ihren Facetten kennen zu lernen, denn Pleschko schreibt mit viel Liebe zum Detail ohne dabei zu langweilen. Mit bissigem Humor stellt sie zahlreiche Großstadtneurosen zur Schau und trotz aller Tragik kommt man um ein Schmunzeln nicht umhin. Humorvoll, zynisch und temporeich!

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Die Frau am Dienstag

Massimo Carlotto, übersetzt von Ingrid Ickler

Ein ausrangierter Pornostar, eine vermeintliche Mörderin, und ein alternder Transvestit stehen in einer bizarren Dreiecksbeziehung, die durch einen tödlichen Unfall aus dem Gleichgewicht gerät. Hinzu kommen noch ein Privatdetektiv und ein Journalist und voilá, heraus kommt ein genialer, tragikomischer Krimi.

Der italienische Schriftsteller weiß wovon er spricht: Er selbst wurde des Mordes beschuldigt, verurteilt und letztendlich vom damaligen Präsidenten Scalfaro begnadigt. Die ersten Seiten mögen noch etwas gewöhnungsbedürftig sein, doch der Leser wird sofort von Carlottos trockenem, oft ironischem, Erzählstil gefesselt. Liebevoll beschreibt er jede einzelne seiner Figuren, die zwar nie ihren Platz in der Gesellschaft gefunden haben, dem Leser aber umso mehr ans Herz wachsen.

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König und Meister

Theresa Hannig

In ihrem dritten Roman wagt sich Theresa Hannig an ein neues Genre und wechselt von Science-Fiction zu Mystery. Aber Fans können beruhigt sein, denn auch wenn KÖNIG UND MEISTER in der Realität spielt, ist die Geschichte stark von übernatürlichen Ereignissen beeinflusst.

Adas Vater möchte ihr etwas Wichtiges erzählen, doch dann haben die beiden einen Autounfall. Während Ada relativ unbeschadet davon kommt, wird ihr Vater schwer verletzt und liegt im Koma. Von schlechtem Gewissen geplagt, versucht Ada herauszufinden, was ihr Vater ihr mitteilen wollte. Dazu kommt, dass ihr im Traum ein verbrannter Mann erscheint, der ihr drei mysteriöse Aufgaben stellt. Oder ist das alles gar kein Traum? Der Leser kann sich bis zum Ende nicht ganz sicher sein, ob Ada Wahnvorstellungen hat oder es doch eine ganz natürliche Erklärung für all die merkwürdigen Vorfälle gibt. Ein spannender und vor allem sehr origineller Roman!

König und Meister von Theresa Hannig lesen

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Animant Crumbs Staubchronik

Lin Rina

Ein unterhaltsamer Roman, der im Herbst 1980 in der alten Bibliothek der Royal University of London spielt und uns ein wenig an die Romane von Jane Austen erinnert.

Es ist die Geschichte eines Monats im Leben von Animant Crumb, der charmanten und naiven Hauptfigur, die als 19-jährige nach London kommt, um ihr Leben komplett auf den Kopf zu stellen. Animant wird von einem mürrischen Mädchen, das ihre Tage dem Lesen und Widersprechen ihrer Mutter widmet, zu einer jungen Frau, die Spaß an harter Arbeit und der Gesellschaft verschiedener Menschen hat, die ihre Wahrnehmung der Welt und ihrer selbst völlig verändern werden.

Besonders empfehlenswert für Buchliebhaber, die eine Pause von lauten Geschichten oder anstrengenden Tagen wünschen. Und für alle, die nicht genug von Animants Welt bekommen können gibt es auch noch das Buch über Staubchronik.

Animant Crumbs Staubchronik von Lin Rina lesen

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Martha schweigt

Anna Neder von der Goltz

Ein ergreifender Roman der in den 50er Jahren spielt und das Schicksal verschiedener junger Leute beschreibt. Es geht um Ausgrenzung, Unterdrückung und Anpassung. Im Mittelpunkt steht Martha, ehrgeizig und begabt zieht es sie vom Lande weg in die Stadt, um Lehrerin zu werden. Doch ihr fehlt die nötige Unterstützung vom Dorflehrer und auch ihre Mutter ist nicht begeistert von der Idee. Martha bleibt also im Dorf und ist nicht unglücklich, denn sie ist verliebt in Paul und die beiden wollen heiraten. Dann aber wird Martha vergewaltigt und wird schwanger, sie bittet Paul sie zu heiraten und er willigt ein, aber nur unter der Bedingung, dass Sie ihm den Vater des Kindes nennt. Martha schweigt.

Martha schweigt von Anna Neder von der Goltz lesen

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Die Insel der dreißig Särge

Maurice Leblanc, übersetzt von Lothar Schmid

Der charismatische Meisterdieb Arsène Lupin, der Netflix zur gleichnamigen Serie inspiriert hat und nun in aller Munde ist, hat sich auch in unser digitales Bücherregal geschlichen. DIE INSEL DER DREISSIG SÄRGE gehört zu den etwas unheimlicheren Abenteuern des Königs unter den Dieben, der für seine Verwandlungskünste bekannt ist und auch in diesem Roman eine andere Identität annimmt.

Veronique von Hegemont erhält einen merkwürdigen Brief von einem Privatdetektiv und reist daraufhin zur Insel Sarek, auch bekannt als die Insel der dreißig Särge, auf der mysteriöse Dinge geschehen. Ein echter Klassiker unter den Arsène Lupin Geschichten, der Krimi-Fans begeistern wird und uns dem Vorbild der Netflix Serie näher bringt.

Die Insel der dreißig Särge von Maurice Leblanc lesen

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Zephiros Tasche

Besra Ode

„Wird man nur für das geliebt, was man tut?“ – diese Frage begleitet den Hirtenjungen Kassim während er durch die Wüste reist, um einem Freund seines Großvaters seine Tasche zu bringen. Er erhält unterschiedliche Antworten auf seine Frage, denn er lernt viele verschiedene Menschen, Sitten und Bräuchen auf seiner Reise kennen.

Es ist eine märchenhafte Erzählung, in der Kassims Neugier, und manchmal auch sein Unverständnis, im Mittelpunkt stehen und die mit Illustrationen von Sonja Müller-Späth bereichert wird. So entsteht eine Geschichte über das Erwachsenwerden und über die Erkenntnis, dass alle Menschen etwas vereint, auch wenn sie sich im Glauben unterscheiden. Eine Geschichte für jung und alt!

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Regenschatten

Seraina Kobler

Mit Regenschatten wird die Seite eines Gebirges bezeichnet, die im Windschatten liegt und deshalb keinen Regen abbekommt. Durch diesen Regenschatten entstehen Dürren und sogar Wüsten. So auch in Seraina Koblers bestechendem Debütroman, der in einer nicht allzu fernen Zukunft spielt.

Zürich wird von einer Hitzewelle heimgesucht, die zu Waldbränden führt und brennende Vögel vom Himmel fallen lässt. Ein dystopisches Szenario, das dem Roman eine beunruhigende Atmosphäre verleiht. Die eigentliche Geschichte dreht sich allerdings um Anna, die von einem One-Night-Stand schwanger geworden ist. Nun muss sie sich entscheiden, ob sie das Kind behält oder nicht. In ihren Erinnerungen und Überlegungen zieht Anna immer wieder Vergleiche zwischen der Natur und ihrer eigenen Situation. Das ist nicht nur sehr lehrreich, sondern liest sich auch wunderschön. Trotz der bedrohlichen Rundumsituation ist REGENSCHATTEN ein ruhiger und vor allem lebensbejahender Roman, den wir wärmstens empfehlen!

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Sonderappell 

Sybil Gräfin Schönfeldt

Ein authentischer Roman über die Zeit des dritten Reiches, der heute so wichtig ist, wie zu seiner Ersterscheinung 1978. In SONDERAPPELL verarbeitet Gräfin Schönfeldt ihre Erfahrungen als junges Mädchen im Reichsarbeitsdienst. Eine harte Zeit, in der die Protagonistin Charlotte eiserner Disziplin, Kälte, Hunger und den Schrecken der immer näher rückenden russischen Front ausgesetzt ist. Eindrucksvoll schildert Gräfin Schönfeldt Bedingungen, wie man sie sich heute kaum noch vorstellen kann. Nebenbei prangert sie den blinden Gehorsam dieser Arbeitermädchen an, der vielen noch lange nach Kriegsende erhalten geblieben ist.

Das Buch rief die unterschiedlichsten Reaktionen hervor, von freudigen Leserbriefen, die lobten, wie realitätsnah der Roman sei, bis zu Drohungen, die der Autorin „Nestbeschmutzung“ vorwarfen. Wir freuen uns, dass der Verlag ebersbach & simon das Buch erneut aufgelegt hat und so an eine Zeit erinnert, die nicht in Vergessenheit geraten darf. Deshalb ist auch das Nachwort dieser Ausgabe besonders interessant!

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Wo gehen die Sterne hin wenn es hell wird?

Carmen Gerstenberger

Fantasie und Realität vermischen sich in dieser bezaubernden Geschichte über Liebe und Hoffnung. Elena gilt zwar als medizinisch geheilt, liegt aber im Koma. Ihr Krankenpfleger Bastian versucht alles, um sie wieder zurück zu holen. Er ist überzeugt, dass er sie über seine Geschichten erreichen kann und nimmt sie mit auf eine magische Reise. Zusammen erleben sie Abenteuer in Bastians Fantasiewelt. Aber schafft Bastian es, Elena von dieser Parallelwelt in die Wirklichkeit zu führen?

Ein Buch, das nicht nur durch Vorstellungskraft überzeugt, sondern auch Mut macht, nie die Hoffnung zu verlieren! Gerstenbergers positive Botschaft passt besonders gut in diese Zeiten, in denen Covid-19 unsere Welt auf den Kopf stellt.

Wo gehen die Sterne hin wenn es hell wird von Carmen Gerstenberger lesen

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Im Netz des Lemming

Stefan Slupetzky

In seinem neuen Roman beweist Stefan Slupetzky wieder einmal seine Sprachfertigkeit und führt uns durch die Straßen Wiens, in denen schreckliche Sachen passieren. Der ehemalige Polizist Lemming wird Zeuge, wie Mario, der Freund seines Sohnes, eine Nachricht erhält und sich daraufhin von einer Brücke stürzt. Er versucht noch den Suizid zu verhindern, schafft es aber nicht. Dafür wird er selbst zur Zielscheibe des Internethasses, dem Mario anscheinend ausgesetzt war.

Es geht um Cybermobbing, Fake News und die Anonymität des Internets. Der Kriminalfall, den Lemming nun zusammen mit seinem ehemaligen Kollegen Polivka lösen will, bietet Gelegenheit für eine gesellschaftskritische Auseinandersetzung mit dem heutigen Österreich, in der auch die Politik ihr Fett abbekommt. Trotz aller landesspezifischen Referenzen ein Roman, der auch außerhalb Österreichs hoch aktuell ist.

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Das Ding – Der Tag an dem ich Donald Trump bestahl

Jürgen Neffe

Als ehemaliger US-Korrespondent für den Spiegel hat Jürgen Neffe ein ganz besonderes Verständnis für die politische Situation in den USA und hatte in den neunziger Jahren sogar die Gelegenheit den derzeit amtierenden Präsidenten Donald Trump kennen zu lernen. Seine Erinnerungen hat er in dem autobiografischen Roman DAS DING verarbeitet und ausgeschmückt – ein sensationelles Buch, das uns einen ganz privaten Blick auf den Mann gibt, der heute im weißen Haus sitzt und der so umstritten ist, wie wohl kein Präsident vor ihm.

Aber es geht nicht nur um Trump. Während der Erzähler Jürgen Neffe bei seiner Ankunft in den USA am Flughafen festgehalten und verhört wird, erinnert er sich auch an Charlie, den „Hüter der Flamme“ der Freiheitsstatue. Zwei Männer, die gegensätzlicher nicht sein könnten. Doch wer ist der wahre König von New York?

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Mein Herz ist wie das Meer

Daniela Schenk

Ein zauberhafter Roman über die Liebe, Freundschaft, Familie und eine komplizierte Krankheit. Amelie ist bipolar und hat deshalb von der Liebe abgeschworen. Sie will sich und andere beschützen, denn in ihren depressiven Phasen hat sie schon „viel Schaden angerichtet“. Doch dann trifft sie auf Zazou und ihr Vorsatz gerät ins Wanken. Auch Zazou wird magisch von Amelie angezogen und als diese plötzlich verschwindet, setzt Zazou alles daran, sie wieder zu finden und erfährt so von der bipolaren Störung ihrer Freundin.

Daniela Schenk ist es gelungen, einem schweren Thema Normalität zu verleihen, sie beschönigt die Krankheit nicht, dramatisiert sie aber auch nicht. Sofort wird geht einem die Geschichte von Amelie und Zazou ans Herz und der Leser fiebert mit den beiden mit, während sie sich über die Jahre hinweg immer wieder über den Weg laufen. Ein liebevoller Roman, den man nicht so schnell aus der Hand legen mag.

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Die Dame mit der bemalten Hand

Christine Wunnicke

Schon drei Mal ist Christine Wunnicke mit einem ihrer Bücher für den Deutschen Buchpreis nominiert worden und hat es dieses Jahr sogar ins Finale geschafft. Auch wenn der Preis knapp an ihr vorbei gegangen ist, DIE DAME MIT DER BEMALTEN HAND ist ein absoluter Leseschmaus.

Wunnicke nimmt uns mit auf eine wunderbare Reise in die Vergangenheit auf die indische Elephanta Insel, von den Indern Gharapuri genannt. Dort sind der Göttinger Mathematiker Niebuhr und der persische Astronom Musa al Lahuri gestrandet. Niebuhr ist auf Forschungsreise und hat genügend Arabisch gelernt, um sich mit dem sprachlich begabten Musa zu unterhalten. Es kommt zu vielen Missverständnissen, sprachlich und kulturell, aber die beiden entdecken auch ihre gemeinsame Leidenschaft für die Mathematik und Astronomie. Während Niebuhr mit Fieberkrämpfen kämpft, erzählt Musa ihm Geschichten und wir haben die Ehre dabei sein zu dürfen. Ein himmlischer Roman zum Träumen, Staunen und Lachen.

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Doggerland

Élisabeth Filhol, übersetzt von Cornelia Wend

Es geht stürmisch zu in Filhols neuestem Roman: Nicht nur der Orkan Xaver wütet über Nordeuropa, auch die Gefühle der inzwischen verheirateten Geologin Margaret werden heftig durcheinander gewirbelt, als sie nach zwanzig Jahren wieder auf Ihre Jugendliebe Marc trifft.

Élisabeth Filhol mischt gekonnt Fiktion und Wissenschaft, während sie die Abgründe von Menschen und Kontinenten erforscht. Ganz nebenbei beschreibt sie, wie atmosphärischer Luftdruck und intensive Erdölförderung (und -spekulation) das ökologische Gleichgewicht unseres Planeten bedrohen. So entsteht ein fesselnder Roman der neben der zwischenmenschlichen Beziehung der Protagonisten die geologischen, ökologischen und wirtschaftlichen Ausmaße des Klimawandels analysiert und das alles mit einer Wortgewalt, die es mit jedem Orkan aufnehmen kann.

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Entführung ins Glück

Kristi Ann Hunter, übersetzt von Silvia Lutz

Wenn ein historischer Liebesroman damit anfängt, dass eine Herzogstochter ihrem Cousin Käsekuchen ins Gesicht schmiert, dann weiß man, dass einem eine vielversprechende Lektüre bevorsteht. Kristi Ann Hunter ist ein Schwergewicht des Genres und ihre Bücher zeichnen sich durch eine kluge, ironische Erzählweise aus. So auch ENTFÜHRUNG INS GLÜCK:

Die etwas widerspenstige, dadurch aber nur um so sympathischere, Protagonistin Miranda ist schon zwanzig und immer noch unverheiratet. Im Jahr 1812 ist das keine Kleinigkeit, Miranda gibt sich allerdings auch nicht mit jedem zufrieden. Ihre Probleme mit der Gesellschaftsordnung vertraut sie dem verschollenen Freund ihres älteren Bruders in Briefen an, die sie nicht abschickt. Als dieser plötzlich antwortet, wird Mirandas Alltag aufgemischt. Spione und Intrigen geben dem Roman viele unerwartete Wendungen und sorgen für ein unterhaltsames Leseerlebnis.

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Feuerrache

Louise Boije af Gennäs, übersetzt von Ricarda Essrich

Die Widerstandstrilogie von Louise Boije af Gennäs findet mit FEUERDRACHE ein spektakuläres Ende, auf das wir schon ganz ungeduldig gewartet haben, seit BLUTBLUME uns letztes Jahr in seinen Bann gezogen hat. Fans der Serie dürfen sich wieder auf viel Action, Spannung und Intrigen freuen: Sara wird weiterhin von der mysteriösen Schattenorganisation BSV unter Druck gesetzt. Sie weiß nicht, wem sie vertrauen kann und wem nicht und zweifelt an ihrer eigenen Zurechnungsfähigkeit. Bildet sie sich Ereignisse ein, weil das wahrhaftig Erlebte zu schwer zu verarbeiten ist?

Realität und Fiktion existieren nicht nur in Saras Kopf, sondern gehen auch in dem Buch Hand in Hand. Immer wieder streut Boije af Gennäs Zeitungsartikel in die Geschichte ein, die Einblick in Schwedens Politskandale geben. Durch zahlreiche Rückblicke ist es möglich, FEUERRACHE auch ohne Vorkenntnisse zu lesen, für ein optimales Lesevergnügen empfehlen wir aber die gesamte Serie!

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Die Clique

Mary McCarthy, übersetzt von Ursula von Zedlitz

Der Roman, der Candace Bushnell zu ihrem Bestseller Sex and the City inspirierte.

Acht College-Absolventinnen stehen an der Schwelle zum “Ernst des Lebens”, sie alle sind gut gebildet und hoch motiviert, die Welt zu verändern. Doch nach und nach weichen ihre Träume der Realität und sie alle müssen mit verschiedenen Alltagsproblemen kämpfen. Obwohl die Geschichte in den 30er Jahren in New York spielt, lassen sich viele Probleme wieder erkennen: die Schwierigkeit, Karriere und Familie unter einen Hut zu kriegen, oder untreue Ehepartner sind da nur zwei von vielen Beispielen.

Mit scharfsinnigem Blick fürs Detail und bittersüßer Ironie erzählt McCarthy, selbst überzeugte Feministin, von den Höhen und Tiefen im Leben ihrer Heldinnen und hat so einen zeitlosen Roman geschaffen, der auch fast 60 Jahre nach Erscheinungsdatum noch in vielen Bereichen zutrifft und ein absolutes Muss auf jeder Leseliste ist. Mit Vorwort von Candace Bushnell.

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Jeden Tag erhalten wir Tausende von neuen Büchern und wählen sorgfältig diejenigen aus, von denen wir glauben, dass sie Sie am meisten interessieren werden. Unser Rezept? Ein großartiges Buch sollte den Leser in seinen Bann ziehen, ihm Neues zeigen und zum Nachdenken anregen. Ein Buch ist wie eine Tür zu einer anderen Welt, beim Lesen entdecken wir verschiedene Perspektiven und erweitern unseren Horizont. Ein Buch kann eine Person verändern, aber lassen Sie sich nicht täuschen, denn genau wie Edmund Wilson sagte: „Keine zwei Personen lesen je dasselbe Buch.“ Und das ist eine noch so eine schöne Sache an Büchern, es gibt immer Raum für Interpretation, Phantasie und angeregte Diskussionen. Deshalb laden wir Sie ein, die von Ihnen gelesenen Bücher zu kommentieren, sie Ihren Freunden zu empfehlen und sie mit anderen digitalen Lesern auf 24symbols zu besprechen.

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