Die besten Bücher der Saison

Die besten Bücher der Saison

Jede Woche stellen wir hier ein neues Buch vor, dass uns besonders beeindruckt hat. Wir, die digitalen Buchhändler von 24symbols, haben es uns zur Aufgabe gemacht, Sie über Bücher zu informieren, die in aller Munde sind, möchten Sie aber auch mit weniger geläufigen Autoren bekannt machen, die mehr Aufmerksamkeit verdient haben. Schauen Sie sich unsere Liste der besten Bücher der Saison an und finden Sie Ihr nächstes Lieblingsbuch. Wir haben natürlich darauf geachtet, dass für jeden Geschmack etwas dabei ist:

Sechs Tage im Herbst

Bernd Ohm

Nach WOLFSSTADT und DAS SCHATTENCORPS legt Bernd Ohm einen weiteren spannenden Thriller vor, dessen Thematik rund um das bis heute unaufgeklärte Herrhausen-Attentat ihn schon seit knapp dreißig Jahren beschäftigt.

Das ruhige Leben von Henning Kollwey findet ein jähes Ende, als eines Abends durch sein Fenster auf ihn geschossen wird. Eine Verwechslung? Henning ist sich da nicht so sicher. In seinem Bekanntenkreis weiß keiner von seiner Vergangenheit als RAF-Sympathisant oder dass er als solcher Taten begangen hat, die ihn noch immer ins Gefängnis bringen könnten. Deshalb entschließt sich Henning, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen und herauszufinden, wer es auf ihn abgesehen hat. Der Gejagte wird zum Jäger und eine rasante Verfolgungsjagd beginnt. Nebst geschichtlicher Aufarbeitung, sowohl ihn kollektiver als auch individueller Hinsicht, überzeugt das Buch vor allem mit einer fesselnden Handlung und viel Action.

Sechs Tage im Herbst von Bernd Ohm lesen

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Mars

Asja Bakić, übersetzt von Alida Bremer

In ihrem Erzählband schafft Asja Bakić dystopische, bizarre Welten mit ausschließlich weiblichen Protagonisten, die sich in skurrilen Situationen ohne jegliche Anleitung zurechtfinden müssen. Die zehn Geschichten überzeugen nicht nur durch originelle Handlungsstränge und Bakićs geradezu magischer Sprachgewalt, die Autorin versteht es auch, feministische Anliegen zu übermitteln, ohne dabei den Finger zu heben. Ein wiederkehrendes Thema ist die Kraft der Literatur, ob Autorinnen schreiben müssen, um der Hölle zu entkommen oder wegen ihrer Bücher auf Mars verbannt werden – immer wieder betonen die Geschichten den Stellenwert von SchriftstellerInnen und ihrer Fantasie. Ein Grund mehr für alle Literaturliebhaber, dieses kurze, aber eindrucksvolle, Büchlein zu lesen!

Mars von Asja Bakić lesen

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Schnittbild

Anna Felnhofer

Mit großem Sprachgefühl erzählt Anna Felnhofer Abschnitte aus den Leben von drei Menschen, die scheinbar nur deshalb in Verbindung stehen, weil sie alle Patienten bei derselben Therapeutin sind, bzw. waren. Es verbindet sie außerdem die Tatsache, dass sie Traumata überwinden müssen, auch wenn das nicht immer erfolgreich klappt. Jeder hat seine eigene Art mit dem Erlebten umzugehen und natürlich hat jeder auch eine ganz eigene Beziehung zu der Therapeutin.

Doch was passiert, wenn die Person, die helfen soll, selber Hilfe braucht? Im letzten Kapitel lernen wir die Therapeutin kennen und sehen, dass auch sie mit Dämonen kämpft. Ein einfühlsamer Roman, der in Tiefen unserer Psyche taucht und dabei viele Fragen aufwirft.

Schnittbild von Anna Felnhofer lesen

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Herr Oluf in Hunsum

Christopher Ecker

Der neue Roman von dem vielfach ausgezeichnetem Autor Christopher Ecker hat es in sich. Als Philosophie Professor kennt sich Herr Oluf Sattler mit Dilemmata, die keine richtige Antwort erlauben, aus, doch im Privatleben hilft ihm das leider wenig weiter. Obwohl die Ehe bröckelt und er zu Hause gebraucht wird, fährt er auf einen Kongress in den Norden Deutschlands. Am Anfang noch von Gewissensbissen geplagt, lenkt er sich schnell ab, dafür holen ihn aber andere unterdrückte Erinnerungen ein.

Es geht um Schuld und Sühne, allerdings nicht im Dostojewskischen Sinne. Vielmehr findet sich Herr Oluf ohne eigenes Zutun in Unglück und Mord verstrickt und es ist die Frage, wie er mit seiner eigenen Verantwortung in diesen Situationen umgeht. HERR OLUF IN HUNSUM ist keine leichte Kost, aber wer dem Buch seine volle Aufmerksamkeit schenkt, wird hoch belohnt.

Herr Oluf in Hunsum von Christopher Ecker lesen

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Die erste Bahn

Markus Veith

Beim Zeitreisen gibt es für gewöhnlich eine goldene Regel: Man darf nicht in die Vergangenheit eingreifen. Nicht so bei Markus Veiths Science-Fiction-Roman DIE ERSTE BAHN. Helen ist in die Vergangenheit gekommen, um ihren Vater Kai zu erschießen. Es handelt sich um ein wissenschaftliches Experiment, denn auch in der Zukunft ist man sich noch nicht sicher, ob sich Ereignisse verhindern lassen oder nicht.

Doch natürlich drückt Helen nicht sofort ab. Vater und Tochter kommen ins Gespräch, Kai versucht Zeit zu schinden, erzählt und erzählt, bis Helen klar wird, dass sich ihr eigentliches Ziel vielleicht gar nicht erreichen lässt. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft werden heftig durcheinander gemischt und über allem steht die Frage „Was wäre wenn?“. Spannend und originell!

Die erste Bahn von Markus Veith lesen

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Hotel Weitblick

Renate Silberer

Vier Spitzenkräfte, drei Männer und eine Frau, kämpfen in einem Auswahlseminar um den Führungsposten einer Werbeagentur. Sie alle definieren Erfolg und Glück durch ihren Beruf und haben ihr Privatleben der Karriere untergeordnet. Der Seminarleiter soll eine Empfehlung für den geeignetesten Kandidaten abgeben, ist aber viel mehr daran interessiert, sie aus ihrem Hamsterrad zu befreien.

Eine psychologische Analyse, die einen Bogen von der NS-Pädagogik zur heutigen Leistungsgesellschaft schlägt. Das mag einem anlässlich der gegenwärtigen Helikopter-Eltern-Diskussion überholt vorkommen, ist aber in Bezug auf die Nachkriegsgeneration hochinteressant. Dass Silberer selbst Pädagogin ist, kommt dem Text ungemein zugute, das heißt aber nicht, dass ihre Botschaft mit erhobenen Zeigefinger daherkommt. Im Gegenteil, die Leser, vor allem Eltern, werden dazu angeregt, selbst über (fehlendes) Grundvertrauen und unbedingte Elternliebe nachzudenken.

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Die kalte Stadt 

Ralph Roger Glöckler

Zum 70. Geburtstag des Autors hat der Größenwahnverlag Ralph Roger Glöcklers Debütnovelle neu aufgelegt. Erstmals erschienen im Jahr 1987, schockiert das sich über knapp hundert Seiten ziehende homosexuelle Beziehungsgeflecht heute sicher keinen mehr. Dennoch ist die Lektüre absolut empfehlenswert, nicht nur als postmoderner Roman, der die Figuren des Erzählers und Autors spielerisch in den Text mit einbezieht, sondern auch als Analyse männlichen (menschlichen) Gefühlschaos. Eine Beziehung fürs Leben oder doch lieber unverbindlicher Sex? Begleiten Sie fünf Männer (Erzähler und Autor ausgenommen) deren Wege sich kreuzen und trennen und verirren Sie sich im Liebeswirrwarr ihrer Ängste und Sehnsüchte. Der distanzierte Erzähler rundet das Ganze zu einem unvergesslichen Leseerlebnis ab.

Die kalte Stadt von Ralph Roger Glöckler lesen

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Der USB-Stick

Jean-Philippe Toussaint, übersetzt von Joachim Unseld

Ein intelligenter Thriller mit einem durchschnittlichen Helden, der einen internationalen Betrug von Cyberkriminellen aufdecken will. Jean Detrez ist Zukunftsexperte bei der Europäischen Kommission, stellt aber bei jeder Gelegenheit klar, dass die Zukunft nicht vorhersagbar ist, erst recht nicht die von einzelnen Individuen. So ist es auch nicht allzu verwunderlich, dass er sich selbst – entgegen besseren Wissens – in einen Betrugsskandal verstrickt. Auch wenn die technischen Beschreibungen etwas kürzer ausfallen könnten, liest sich das Buch gut und schnell. Toussaint befasst sich mit aktuellen Themen und macht klar, dass neue Technologien immer auch Gefahren mit sich bringen. Vor allem ist das Buch aber ein psychologisches Porträt eines Mannes, der sich selbst fremd geworden ist.

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Mado

Wolfgang Franßen

Ein Roman, der es in sich hat! Schon im ersten Kapitel wird der Leser Zeuge einer brutalen Szene, die einen so schnell nicht mehr loslässt. Mados Leben ist eine Spirale der Gewalt und Gewalt ist auch ihr einziges Mittel, um einen Ausweg zu finden. Als ihr Freund sie in seiner Wohnung einsperrt und wie sein Eigentum behandelt, erschlägt sie ihn eines Abends im Drogenrausch und taucht daraufhin bei ihrer Großmutter unter, die selbst eine kriminelle Vergangenheit hat. Mado will eigentlich nur eins, ihr Leben selbst in die Hand nehmen und sich nicht nach anderen richten müssen. Wut ist ihre Antriebskraft und diese Kraft gibt ihr (und dem Leser) Hoffnung auf ein selbstständiges Leben, das sich ihrem zerstörerischen Umfeld entzieht.

Eine verstörende und eindrucksvolle Milieustudie, die trotz allem Unglück Mut macht.

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Du bist dran

Mieze Medusa

Ein hochaktueller Roman über drei Menschen verschiedenen Alters, die nichts gemeinsam zu haben scheinen, aber doch irgendwie zueinander finden. Seinen Platz im Leben zu finden, ist nicht nur eine Frage des Alters, das macht Mieze Medusa in ihrem neuen Roman deutlich. Die drei Hauptfiguren Agnesa (18), Eduard (Mitte 40) und Felicitas (69) könnten unterschiedlicher nicht sein und doch führt das Schicksal sie zusammen.

Dabei lässt Mieze Medusa jede der Figuren ihre Weltanschauung in inneren Monologen kundgeben, so dass einem alle drei, sonderliche Eigenarten inklusive, ans Herz wachsen. Dass Medusa eine der bedeutendsten Poetry-Slammerin Österreichs ist, kommt dem Roman ungemein zu Gute, immer wieder hält man inne, um sich einen Satz noch einmal auf der Zunge zergehen zu lassen. Literatur für jung und alt!

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Weiter als der Ozean

Carrie Turansky

Wenn Sie von einem Historienroman erwarten, dass er lehrreich und mitreißend sein sollte, dann ist der ersten Band dieser neuen Serie von Carrie Turansky genau das Richtige für Sie. Die US-amerikanische Bestsellerautorin nimmt sich einem eher unbekannten Thema der britisch-kanadischen Geschichte an: Zwischen 1869 und 1939 wurden über 100.000 britische Waisenkinder mit dem Versprechen auf ein besseren Leben nach Kanada geschickt, wo sie als günstige Arbeitskräfte empfangen wurden. Etliche dieser Kinder waren keine Waisen, so auch die drei jüngeren Geschwister der Protagonistin dieses Romans. Als Laura erfährt, dass ihre Geschwister nach Kanada gebracht worden sind, setzt sie Himmel und Hölle in Bewegung, um sie wieder zurück zu holen.

Indem Turansky dieses fast vergessene Stück Geschichte in ihrer neuen Serie unter die Lupe nimmt, macht sie dem Genre des Historienromans alle Ehre.

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Die Kunst der Bestimmung

Christine Wunnicke

Spätestens seit Christine Wunnicke letztes Jahr knapp am Deutschen Buchpreis vorbeigeschrammt ist, dafür aber den Wilhelm Raabe-Literaturpreis eingeheimst hat, ist sie in aller Munde. Da kommt es gerade recht, dass der Albino Verlag DIE KUNST DER BESTIMMUNG neu aufgelegt hat. Das erstmals 2003 erschienene Buch war lange Zeit vergriffen und ist nun, sehr zu unserer Freude, auch als E-Book erhältlich.

Wer Christine Wunnicke kennt, weiß sie für ihre lapidare und humorvolle Prosa zu schätzen und wird auch bei diesem Buch auf seine Kosten kommen. Der schwedische Professor Chrysander kommt im Jahr 1678 nach London, um Ordnung in die Sammlung der Royal Society zu bringen. Dort trifft er auf Lord Fearnall, einen exzentrischer Gentleman, dessen Lebensstil das absolute Gegenteil von Chrysanders Ordnungsliebe verkörpert, der sich von dem Professor aber sofort angezogen fühlt. Auch Chrysander verfällt dem Charme des vielseitigen Lords, der sich in keine Schublade stecken lässt.

Skurrile Hauptfiguren, absurde Dialoge, noch nie war ein Historienroman so unterhaltsam und literarisch.

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Waltauchen

David Bröderbauer

Einfühlsam erzählt David Bröderbauer in seinem zweiten Roman von Männlichkeit, Rollenbildern und dem Kinderwunsch seiner namenlosen Hauptfigur. Dieser lässt beim Urologen seine Zeugungsfähigkeit prüfen und versinkt dabei in Kindheitserinnerungen und Reflexionen über die Gegenwart, anstatt in seinen Plastikbecher zu onanieren.

Mit Waltauchen ist Bröderbauer ein origineller Roman übers Erwachsenwerden gelungen und das bezieht sich nicht nur auf die Rahmenhandlung, sondern auch auf den Schreibstil. Mal aus der ersten, mal aus der dritten Perspektive erzählt, wechselt der Roman zwischen Perfekt und Präsens und verleiht der inneren Gefühlswelt des jungen Mannes mit lebhaften Bildern Ausdruck. Seine Faszination fürs Apnoetauchen dient dem Buch dabei als Metapher für ein Bedürfnis nach Ruhe und Abgeschiedenheit, sowie als Taktgeber: Ruhig und unaufgeregt zieht uns Bröderbauer mit dieser Geschichte in seinen Bann. Absolut empfehlenswert!

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Nil

Anna Baar

Ein poetischer Roman bei dem man jeden zweiten Satz markieren könnte, so schön und tiefgründig schreibt Anna Baar. Der mittlerweile dritte Roman der in Zagreb geborenen Autorin kommt zwar auf nur knapp 150 Seiten, ist aber große Literatur. Zum Inhalt? Die Schreiberin einer Fortsetzungsstory muss ihre Geschichte auf Druck des Chefredakteurs in der nächsten Folge zu Ende bringen. Was banal klingt ist für Baar ein Aufhänger, um sich mit der Kunst des Schreibens, Erzählens und Erinnerns auseinanderzusetzen. Fiktion und Realität verschwimmen in NIL und der Leser gerät in einen Strudel aus Selbstreflexion, der keine Nabelschau ist, sondern allgemeingültige Fragen behandelt (Wer bin ich? Wo komme ich her? Wo gehe ich hin?) und gleichzeitig ganz individuelle, dunkle Traumata verarbeitet.

Die verschiedenen Ich-Erzähler vermischen sich, teilen Erinnerungen, Hoffnungen und Ängste. Das ist zwischendurch schwindelerregend, doch wer sich auf NIL einlässt und sich vom Erzählfluss mitreissen lässt, erlebt einen hochliterarischen Roman mit eindrucksvollen Bildern, den man gut mehrmals lesen kann.

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Lux

Olivia Kuderewski

Selbst die Biografie der Autorin macht Lust auf mehr, denn wer betont schon freiwillig, dass er noch keinen Preis gewonnen hat? Bei einem Debütroman ist es kaum verwunderlich, wenn noch keine Auszeichnung vorzulegen ist, wir sind uns aber sicher, dass diese für Olivia Kuderewski bald folgen. Denn LUX ist ein Erstlingswerk, dass es in sich hat! Das liegt nicht nur an der Sprachgewalt der Autorin, sondern auch an der Thematik des Buches.

Ein Roadtrip von der Ost- zur Westküste der USA klingt nach Freiheit und Abenteuer – der amerikanische Traum schlechthin. Doch Lux muss feststellen, dass ihre Erwartungen kläglich an der Realität scheitern. Als sie Kat kennen lernt, scheint es kurz so, als würde sich alles zum Guten wenden, doch so einfach ist das natürlich alles nicht. Ganz im Gegenteil, die beiden entwickeln eine extrem toxische Beziehung und trotzdem mag man das Buch nicht aus der Hand legen, um dem selbstzerstörerischen Sog der beiden entkommen. Eine dramatische Lektüre, die einen nicht so schnell loslässt.

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Die Kunst sich zu verlieren

Rebecca Solnit, übersetzt von Michael Mundhenk

In neun biografisch angelegten Essays beschreibt die bekannte amerikanische Autorin und Aktivistin das Ungewisse, das Unvorhersehbare, nach dem wir im Grunde alle suchen. Denn es sind die Überraschungen, die das Leben lebenswert machen. Sich zu verlieren und wieder zu finden, sowohl im räumlichen als auch im geistigen Sinne, ist eine Kunst, die den Menschen aber immer mehr abhanden kommt. Konnten Kinder früher noch frei umherstreunen, werden sie heutzutage kaum aus den Augen (aus dem Haus) gelassen. Für Solnit genug Anlass um zu fragen – hier sei angemerkt, dass das Buch im Original bereits im Jahr 2006 erschienen ist – was wohl passieren würde, wenn man die heutige Generation unter Hausarrest stellen würde. Leider kennen wir dank COVID die Antwort.

Solnit reichert ihre persönlichen Erzählungen und Überlegungen mit diversen Zitaten aus der (Kultur-)Geschichte an und ermuntert den Leser dadurch, sich in zahllosen weiteren Texten und Büchern zu verlieren. Eine sehr ansprechende philosophische Abhandlung über unsere heutige Lebensweise, die sich gut liest und zu einem Spazier- bzw. Gedankengang durch die eigene Ideenwelt einlädt.

Die Kunst sich zu verlieren von Rebecca Solnit lesen

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Kontakt

Wir sind große Fans des jährlichen Kurzgeschichtenwettbewerbs wortlaut vom österreichischen Kultradiosender fm4. Die zehn Gewinner der über 1200 Einsendungen zum Thema Kontakt sind nun vom luftschacht veröffentlicht worden und beweisen wieder einmal, dass es uns an Nachwuchstalent wirklich nicht fehlt.

Auch das Thema ist dieses Mal besonders anregend gewesen, denn unsere Vorstellung von Kontakt hat sich im letzten Jahr grundlegend verändert. Als das Thema bekannt gegeben wurde, standen wir noch ganz am Anfang der Pandemie, kaum einer mochte sich vorstellen, wie lange der Lockdown anhalten würde. Das mag dem ein oder anderen beim Schreiben zu Gute gekommen sein, sicherlich hat es aber auch etliche vom Schreiben abgehalten…

So oder so, die 10 Kurzgeschichten, die es in diese Sammlung geschafft haben, sind eine willkommene Ablenkung für zwischendurch und sind auch eine zweite Lektüre wert. Ob im Weltall, beim Arzt oder in den eigenen vier Wänden, jeder Autor setzt sich auf seine ganz eigene Art mit dem Thema Kontakt auseinander und jede Geschichte birgt eine neue Überraschung.

Kontakt vom wortlaut Kurzgeschichtenwettbewerb lesen

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Ameisenmonarchie

Romina Pleschko

Der Debütroman von Romina Pleschko erlaubt uns einen Blick hinter die Fassade eines Wiener Mietshauses. Ein kleines Königreich in dem jeder der fünf Bewohner voller (dunkler) Überraschungen steckt. Die Gerüchteküche brodelt und der Leser hat das große Vergnügen, diese Menschen in all ihren Facetten kennen zu lernen, denn Pleschko schreibt mit viel Liebe zum Detail ohne dabei zu langweilen. Mit bissigem Humor stellt sie zahlreiche Großstadtneurosen zur Schau und trotz aller Tragik kommt man um ein Schmunzeln nicht umhin. Humorvoll, zynisch und temporeich!

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Die Frau am Dienstag

Massimo Carlotto, übersetzt von Ingrid Ickler

Ein ausrangierter Pornostar, eine vermeintliche Mörderin, und ein alternder Transvestit stehen in einer bizarren Dreiecksbeziehung, die durch einen tödlichen Unfall aus dem Gleichgewicht gerät. Hinzu kommen noch ein Privatdetektiv und ein Journalist und voilá, heraus kommt ein genialer, tragikomischer Krimi.

Der italienische Schriftsteller weiß wovon er spricht: Er selbst wurde des Mordes beschuldigt, verurteilt und letztendlich vom damaligen Präsidenten Scalfaro begnadigt. Die ersten Seiten mögen noch etwas gewöhnungsbedürftig sein, doch der Leser wird sofort von Carlottos trockenem, oft ironischem, Erzählstil gefesselt. Liebevoll beschreibt er jede einzelne seiner Figuren, die zwar nie ihren Platz in der Gesellschaft gefunden haben, dem Leser aber umso mehr ans Herz wachsen.

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König und Meister

Theresa Hannig

In ihrem dritten Roman wagt sich Theresa Hannig an ein neues Genre und wechselt von Science-Fiction zu Mystery. Aber Fans können beruhigt sein, denn auch wenn KÖNIG UND MEISTER in der Realität spielt, ist die Geschichte stark von übernatürlichen Ereignissen beeinflusst.

Adas Vater möchte ihr etwas Wichtiges erzählen, doch dann haben die beiden einen Autounfall. Während Ada relativ unbeschadet davon kommt, wird ihr Vater schwer verletzt und liegt im Koma. Von schlechtem Gewissen geplagt, versucht Ada herauszufinden, was ihr Vater ihr mitteilen wollte. Dazu kommt, dass ihr im Traum ein verbrannter Mann erscheint, der ihr drei mysteriöse Aufgaben stellt. Oder ist das alles gar kein Traum? Der Leser kann sich bis zum Ende nicht ganz sicher sein, ob Ada Wahnvorstellungen hat oder es doch eine ganz natürliche Erklärung für all die merkwürdigen Vorfälle gibt. Ein spannender und vor allem sehr origineller Roman!

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Animant Crumbs Staubchronik

Lin Rina

Ein unterhaltsamer Roman, der im Herbst 1980 in der alten Bibliothek der Royal University of London spielt und uns ein wenig an die Romane von Jane Austen erinnert.

Es ist die Geschichte eines Monats im Leben von Animant Crumb, der charmanten und naiven Hauptfigur, die als 19-jährige nach London kommt, um ihr Leben komplett auf den Kopf zu stellen. Animant wird von einem mürrischen Mädchen, das ihre Tage dem Lesen und Widersprechen ihrer Mutter widmet, zu einer jungen Frau, die Spaß an harter Arbeit und der Gesellschaft verschiedener Menschen hat, die ihre Wahrnehmung der Welt und ihrer selbst völlig verändern werden.

Besonders empfehlenswert für Buchliebhaber, die eine Pause von lauten Geschichten oder anstrengenden Tagen wünschen. Und für alle, die nicht genug von Animants Welt bekommen können gibt es auch noch das Buch über Staubchronik.

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Martha schweigt

Anna Neder von der Goltz

Ein ergreifender Roman der in den 50er Jahren spielt und das Schicksal verschiedener junger Leute beschreibt. Es geht um Ausgrenzung, Unterdrückung und Anpassung. Im Mittelpunkt steht Martha, ehrgeizig und begabt zieht es sie vom Lande weg in die Stadt, um Lehrerin zu werden. Doch ihr fehlt die nötige Unterstützung vom Dorflehrer und auch ihre Mutter ist nicht begeistert von der Idee. Martha bleibt also im Dorf und ist nicht unglücklich, denn sie ist verliebt in Paul und die beiden wollen heiraten. Dann aber wird Martha vergewaltigt und wird schwanger, sie bittet Paul sie zu heiraten und er willigt ein, aber nur unter der Bedingung, dass Sie ihm den Vater des Kindes nennt. Martha schweigt.

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Die Insel der dreißig Särge

Maurice Leblanc, übersetzt von Lothar Schmid

Der charismatische Meisterdieb Arsène Lupin, der Netflix zur gleichnamigen Serie inspiriert hat und nun in aller Munde ist, hat sich auch in unser digitales Bücherregal geschlichen. DIE INSEL DER DREISSIG SÄRGE gehört zu den etwas unheimlicheren Abenteuern des Königs unter den Dieben, der für seine Verwandlungskünste bekannt ist und auch in diesem Roman eine andere Identität annimmt.

Veronique von Hegemont erhält einen merkwürdigen Brief von einem Privatdetektiv und reist daraufhin zur Insel Sarek, auch bekannt als die Insel der dreißig Särge, auf der mysteriöse Dinge geschehen. Ein echter Klassiker unter den Arsène Lupin Geschichten, der Krimi-Fans begeistern wird und uns dem Vorbild der Netflix Serie näher bringt.

Die Insel der dreißig Särge von Maurice Leblanc lesen

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Zephiros Tasche

Besra Ode

„Wird man nur für das geliebt, was man tut?“ – diese Frage begleitet den Hirtenjungen Kassim während er durch die Wüste reist, um einem Freund seines Großvaters seine Tasche zu bringen. Er erhält unterschiedliche Antworten auf seine Frage, denn er lernt viele verschiedene Menschen, Sitten und Bräuchen auf seiner Reise kennen.

Es ist eine märchenhafte Erzählung, in der Kassims Neugier, und manchmal auch sein Unverständnis, im Mittelpunkt stehen und die mit Illustrationen von Sonja Müller-Späth bereichert wird. So entsteht eine Geschichte über das Erwachsenwerden und über die Erkenntnis, dass alle Menschen etwas vereint, auch wenn sie sich im Glauben unterscheiden. Eine Geschichte für jung und alt!

Zephiros Tasche von Besra Ode lesen

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Regenschatten

Seraina Kobler

Mit Regenschatten wird die Seite eines Gebirges bezeichnet, die im Windschatten liegt und deshalb keinen Regen abbekommt. Durch diesen Regenschatten entstehen Dürren und sogar Wüsten. So auch in Seraina Koblers bestechendem Debütroman, der in einer nicht allzu fernen Zukunft spielt.

Zürich wird von einer Hitzewelle heimgesucht, die zu Waldbränden führt und brennende Vögel vom Himmel fallen lässt. Ein dystopisches Szenario, das dem Roman eine beunruhigende Atmosphäre verleiht. Die eigentliche Geschichte dreht sich allerdings um Anna, die von einem One-Night-Stand schwanger geworden ist. Nun muss sie sich entscheiden, ob sie das Kind behält oder nicht. In ihren Erinnerungen und Überlegungen zieht Anna immer wieder Vergleiche zwischen der Natur und ihrer eigenen Situation. Das ist nicht nur sehr lehrreich, sondern liest sich auch wunderschön. Trotz der bedrohlichen Rundumsituation ist REGENSCHATTEN ein ruhiger und vor allem lebensbejahender Roman, den wir wärmstens empfehlen!

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Jeden Tag erhalten wir Tausende von neuen Büchern und wählen sorgfältig diejenigen aus, von denen wir glauben, dass sie Sie am meisten interessieren werden. Unser Rezept? Ein großartiges Buch sollte den Leser in seinen Bann ziehen, ihm Neues zeigen und zum Nachdenken anregen. Ein Buch ist wie eine Tür zu einer anderen Welt, beim Lesen entdecken wir verschiedene Perspektiven und erweitern unseren Horizont. Ein Buch kann eine Person verändern, aber lassen Sie sich nicht täuschen, denn genau wie Edmund Wilson sagte: „Keine zwei Personen lesen je dasselbe Buch.“ Und das ist eine noch so eine schöne Sache an Büchern, es gibt immer Raum für Interpretation, Phantasie und angeregte Diskussionen. Deshalb laden wir Sie ein, die von Ihnen gelesenen Bücher zu kommentieren, sie Ihren Freunden zu empfehlen und sie mit anderen digitalen Lesern auf 24symbols zu besprechen.

Ganz gleich, ob Sie Thriller, Liebesromane oder zeitgenössische Literatur mögen, für ein gutes Buch ist immer Zeit. Worauf warten Sie noch? Abonnieren Sie unseren Premium-Service und entdecken Sie eine Welt voller Bücher!

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